ADHS

ADS und ADHS gehören zu den häufigsten neuroentwicklungsbedingten Störungsbildern und betreffen vor allem die Regulation von Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Selbststeuerung. ADHS beschreibt die Form mit ausgeprägter Hyperaktivität und Impulsivität, während beim ADS die motorische Unruhe meist fehlt. Betroffene mit ADS wirken daher häufig eher verträumt, langsam oder mental abwesend, wodurch diese Form oft später erkannt wird. Eine erfolgreiche ADHS Therapie mit Neurofeedback setzt bei dieser Ausgangslage an.

Neurowissenschaftlich handelt es sich nicht primär um eine Verhaltensstörung, sondern um eine funktionelle Besonderheit (Neurodivergenz) bestimmter neuronaler Netzwerke, vor allem im präfrontalen Cortex und in frontostriatalen Systemen. Diese Netzwerke sind entscheidend für Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Planung und inhibitorische Kontrolle. Veränderungen in der elektrischen Aktivität des Gehirns lassen sich mit einem quantitativen EEG (QEEG) sichtbar machen.

Nicht jede Konzentrationsstörung ist ADS

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme sind kein spezifisches Zeichen für ADS. Sie sind ein unspezifisches Symptom und treten bei vielen Störungsbildern auf. Typisch ist das zum Beispiel bei Depressionen (verminderter Antrieb, Grübeln), Angststörungen (ständige innere Alarmbereitschaft), chronischem Stress oder Burnout (Überlastung), Schlafstörungen (fehlende Regeneration) sowie nach neurologischen Belastungen wie Schädel-Hirn-Trauma. Auch bei Zwangsstörungen oder Traumafolgestörungen ist die Aufmerksamkeit oft durch innere Prozesse gebunden.

Konzentrationsstörungen hingegen sind nur ein Symptom und sagen für sich genommen nichts über die Ursache aus. Neurofeedback kann in all diesen Bereichen eingesetzt werden, zielt aber nicht pauschal auf „bessere Konzentration“, sondern auf die zugrunde liegenden Regulations- und Netzwerkprobleme.

Nicht jede Konzentrationsstörung ist ADS – und genau diese Differenzierung ist klinisch entscheidend.

QEEG als Indikator für ADHS

Bei einer QEEG-Analyse wird das EEG rechnergestützt ausgewertet und mit normativen Datenbanken verglichen. Ein häufig verwendetes System ist NeuroGuide, das Abweichungen der Hirnaktivität von altersentsprechenden Normwerten darstellt. Dadurch können Muster sichtbar werden, die mit Aufmerksamkeitsstörungen in Zusammenhang stehen.

Ein häufig beschriebenes Muster bei ADS und ADHS ist eine erhöhte Theta-Aktivität bei gleichzeitig reduzierter Beta-Aktivität, und erhöhter Aktivität im Hibetaband, besonders in frontalen Hirnregionen. Theta steht eher für geringere Wachheit und mentale Unteraktivierung, während Beta mit fokussierter Aufmerksamkeit und kognitiver Aktivität verbunden ist. Ein erhöhtes Theta-Beta-Verhältnis wird daher häufig als Hinweis auf eine verminderte Aktivierung der aufmerksamkeitssteuernden Netzwerke interpretiert.

QEEG-Analysen zeigen jedoch, dass ADS kein einheitliches neurophysiologisches Muster besitzt. Es lassen sich verschiedene Subtypen erkennen. Beim klassischen ADS-Typ findet sich häufig eine deutliche Theta-Dominanz, die mit mentaler Verlangsamung und instabiler Aufmerksamkeit einhergeht. Beim unteraktivierten Subtyp ist die langsame Aktivität besonders ausgeprägt, wodurch Betroffene häufig müde, verträumt oder geistig schwer aktivierbar wirken. Demgegenüber gibt es auch Varianten mit erhöhter schneller Aktivität, bei denen eher eine neuronale Überaktivierung vorliegt, die zu innerer Unruhe und Konzentrationsproblemen führen kann. 

Zusätzlich können Auffälligkeiten in der funktionellen Verbindung zwischen Hirnarealen auftreten, die im QEEG als Veränderungen der Kohärenz sichtbar werden. Solche Muster weisen auf eine gestörte Koordination von Aufmerksamkeitsnetzwerken hin.

Das QEEG mit Systemen wie NeuroGuide ermöglicht somit eine differenziertere Betrachtung von ADS und ADHS. Es ersetzt jedoch keine klinische Diagnose, sondern ergänzt sie, indem es objektive Informationen über die zugrunde liegenden Aktivitätsmuster des Gehirns liefert. Besonders im Kontext von Neurofeedback kann diese Information genutzt werden, um Trainingsprotokolle individueller und zielgerichteter zu gestalten und ADHS mit Neurofeedback erfolgreich zu therapieren.

Nützliche Informationen und Links zu ADHS und ADS

Die Wirksamkeit der ADHS Behandlung ist fundiert im Artikel unter bio-medical.com beschrieben. Allgemeine Informationen zur Neurofeedback Behandlung findet Ihr auf unseren Seiten Wirksamkeit von Neurofeedback, Was ist Neurofeedback oder dem Überblich zu Neurofeedback im Artikel Die Vielfalt des Neurofeedback. Zudem bauen wir viele Themen in unseren Neurofeedback Behandlungsfeldern auf.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen,
Euer Brain-Care Team

Dein neuer Job als Neurofeedback Therapeut*in bei Brain-Care

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