Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, meist einseitige und pulsierende Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist. Die Schmerzen gehen häufig mit Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie visuellen Störungen einher. Bei einem Teil der Betroffenen treten vor der eigentlichen Schmerzphase sogenannte Auren auf, die sich beispielsweise durch Flimmersehen oder Gesichtsfeldausfälle bemerkbar machen. Migräne gilt heute nicht mehr als reine Kopfschmerzerkrankung, sondern als komplexe Störung der neuronalen Reizverarbeitung im Gehirn.

Neurophysiologisch wird Migräne häufig mit einer veränderten kortikalen Erregbarkeit und einer gestörten Regulation zwischen Aktivierung und Hemmung in Verbindung gebracht. Besonders thalamokortikale Netzwerke, die für die Filterung sensorischer Reize zuständig sind, scheinen bei Migränepatienten empfindlicher oder instabiler zu reagieren. Dadurch kann das Gehirn Reize weniger effektiv regulieren, was eine erhöhte Anfälligkeit für Migräneattacken begünstigt und eine Aufrechterhaltung der Homöostase erschwert.
QEEG als Indikator für Migräne
Ein Verfahren, das solche funktionellen Besonderheiten sichtbar machen kann, ist das quantitative EEG –QEEG. Dabei wird ein klassisches EEG rechnergestützt analysiert und mit normativen Datenbanken verglichen. Ein häufig verwendetes System ist NeuroGuide, das Abweichungen der Hirnaktivität in verschiedenen Frequenzbereichen sowie Veränderungen der funktionellen Verbindungen zwischen Hirnregionen darstellt.
Bei Migränepatienten können QEEG-Analysen Auffälligkeiten in posterioren Hirnregionen zeigen, insbesondere im okzipitalen Cortex, der stark an der visuellen Verarbeitung beteiligt ist. Es können aber auch häufig genau in der betroffenen Schmerzregion evtl im hibeta Band Auffälligkeiten sichtbar werden im QEEG. Veränderungen in den Frequenzmustern oder eine erhöhte kortikale Erregbarkeit können Hinweise auf eine instabile neuronale Regulation geben.
Lässt sich Migräne erfolgreich Behandeln
Der Neurofeedbacktherapeut Mark Smith (Neurofeedback Services of New York) beschreibt Migräne in diesem Zusammenhang als Ausdruck einer erhöhten neuronalen Instabilität, ein Defizit in der Aufrechterhaltung der Homöostase. Im Rahmen des sogenannten ISF-Modells (Instability Spectrum Function) geht man davon aus, dass das Gehirn Schwierigkeiten hat, ein stabiles Aktivitätsniveau aufrechtzuerhalten. Diese Instabilität kann dazu führen, dass sensorische Systeme überempfindlich reagieren und leichter in einen Zustand übermäßiger Aktivierung geraten, der eine Migräneattacke begünstigt. Hier setzt die Behandlung an, mit der sich Migräne durch Neurofeedback sehr häufig erfolgreich therapieren lässt.
QEEG-Analysen mit NeuroGuide können solche Instabilitätsmuster sichtbar machen und liefern zusätzliche Informationen über die zugrunde liegende neuronale Regulation. Diese Daten ersetzen jedoch keine klinische Diagnose, sondern dienen als ergänzende neurophysiologische Perspektive. Besonders im Kontext von Neurofeedback können sie genutzt werden, um Trainingsprotokolle individueller auf die Stabilisierung der neuronalen Aktivität auszurichten.
Nützliche Informationen und Links für Migräne Patienten
Allgemeine Informationen zur Neurofeedback Behandlung findet Ihr auf unseren Seiten Wirksamkeit von Neurofeedback, Was ist Neurofeedback oder dem Überblich zu Neurofeedback im Artikel Die Vielfalt des Neurofeedback. Zudem bauen wir viele Themen in unseren Neurofeedback Behandlungsfeldern auf.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen,
Euer Brain-Care Team