Wir erläutern Ihnen das neurologische Erscheinungbild und wie wir Schädel-Hirn-Trauma – SHT mit Neurofeedback therapieren. Dazu erfahren Sie, wann der Einsatz von Neurofeedback bei SHT sinnvoll ist und empfehlen gleich vorneweg – Das Gehirn benötigt Zeit um Dysregulationen zu normalisieren, Netzwerke zu synchronisieren und die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns zu verbessern.

Eine Gehirnerschütterung ist die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT), stellt aber bereits eine funktionelle Störung des Gehirns dar. Sie entsteht meist durch eine plötzliche Beschleunigung oder Abbremsung des Kopfes. Dabei kommt es zum sogenannten Coup- und Contre-Coup-Mechanismus: Das Gehirn schlägt zunächst an der Aufprallseite (Coup) gegen die Schädelinnenseite und wird anschließend zur gegenüberliegenden Seite geschleudert (Contre-Coup). Dadurch entstehen diffuse Belastungen des Gewebes, auch ohne sichtbare strukturelle Schäden im MRT.
Die Einteilung erfolgt klassisch in leichte, mittlere und schwere Schädel-Hirn-Traumata. Während bei der Gehirnerschütterung meist keine anhaltende Bewusstlosigkeit vorliegt, kommt es bei mittleren und schweren Verläufen zu längerer Bewusstlosigkeit, strukturellen Läsionen, Blutungen oder axonalen Schädigungen. Entscheidend ist aber: Auch ein leichtes Trauma kann nachhaltige funktionelle Dysregulationen im Gehirn hinterlassen.
Wirkmechanismen und Regeneration
Nach einem solchen Ereignis ist das Gehirn zunächst desorganisiert. Netzwerke verlieren ihre Synchronisation, Reizverarbeitung und Selbstregulation sind gestört. Das Gehirn braucht Zeit, um sich neu zu sortieren und seine Regulation wiederzufinden. Dieser Prozess ist hochindividuell und hängt stark vom Schweregrad der Verletzung, von Vorschädigungen und von der allgemeinen neurophysiologischen Stabilität ab.
Typische Beschwerden reichen von Konzentrationsstörungen, verlangsamtem Denken und erhöhter Reizempfindlichkeit bis hin zu Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen und emotionaler Instabilität. Zudem kann ein erhöhter Ruhe und Schlafbedarf bestehen. Bei schwereren Verläufen können auch Gedächtnisprobleme, Persönlichkeitsveränderungen oder persistierende kognitive Defizite auftreten.
Neurologische Auffälligkeiten im QEEG
Im QEEG zeigen sich häufig charakteristische Muster. Besonders auffällig ist eine Erhöhung der Delta-Aktivität in betroffenen Arealen. Diese langsamen Wellen werden oft als Ausdruck eines Reparatur- oder Schutzmechanismus interpretiert, da das Gehirn in einen Zustand reduzierter Aktivität geht, um Heilungsprozesse zu ermöglichen. Gleichzeitig können Dysbalancen in schnelleren Frequenzen auftreten, etwa reduzierte Alpha-Aktivität oder kompensatorisch erhöhte Beta- bzw. High-Beta-Aktivität in anderen Netzwerken. Mit Systemen wie NeuroGuide lassen sich diese Abweichungen im Vergleich zu Normdaten präzise darstellen und quantifizieren.
Wann ist der Einsatz von Neurofeedback bei SHT sinnvoll
SHT mit Neurofeedback therapieren benötigt Zeit – Neurofeedback ist in der akuten Phase nicht indiziert. Das Gehirn befindet sich zunächst in einem instabilen Zustand und arbeitet aktiv an der Selbstregulation und Heilung. Eine Intervention sollte daher in der Regel erst nach etwa sechs Monaten erfolgen, wenn sich die spontane Regeneration weitgehend abgeschlossen hat und stabile Muster im QEEG erkennbar sind. Zu frühes Eingreifen kann dysregulierend wirken, weil man in einen noch nicht abgeschlossenen Selbstheilungsprozess eingreift.
Im späteren Verlauf kann Neurofeedback dann gezielt eingesetzt werden, um verbliebene Dysregulationen zu normalisieren, Netzwerke wieder zu synchronisieren und die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns zu verbessern. Dabei ist entscheidend, dass die Behandlung individuell auf die im QEEG sichtbaren Muster abgestimmt wird, da die Auswirkungen eines Schädel-Hirn-Traumas sehr unterschiedlich ausfallen können.
FAQ`s zur Neurofeedback Therapie bei Schädel-Hirn-Trauma
Neurofeedback ist bei SHT in der akuten Phase nicht indiziert. Eine Intervention sollte daher in der Regel erst nach etwa sechs Monaten erfolgen,
Langsame Hirnwellen werden oft als Ausdruck eines Reparatur- oder Schutzmechanismus interpretiert, da das Gehirn in einen Zustand reduzierter Aktivität geht, um Heilungsprozesse zu ermöglichen. Im QEEG lassen sich diese Abweichungen im Vergleich zu Normdaten darstellen und quantifizieren.
Beschwerden sind viellfältig und können von Konzentrationsstörungen, Schwindel, verlangsamtem Denken bis hin zu emotionaler Instabilität oder einem erhöhter Ruhe und Schlafbedarf reichen. Bei schwereren Verläufen können Gedächtnisprobleme, Persönlichkeitsveränderungen oder persistierende kognitive Defizite auftreten.
Neurofeedback kann gezielt eingesetzt werden, um verbliebene Dysregulationen zu normalisieren, Netzwerke wieder zu synchronisieren und die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns zu verbessern.
Nützliche Informationen und Links
Allgemeine Informationen zur Neurofeedback Behandlung findet Ihr auf unseren Seiten Wirksamkeit von Neurofeedback, Was ist Neurofeedback oder dem Überblich zu Neurofeedback im Artikel Die Vielfalt des Neurofeedback. Zudem bauen wir viele Themen in unseren Neurofeedback Behandlungsfeldern auf.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen,
Euer Brain-Care Team